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Die gute Karriereseite: Was Bewerber erwarten

Wer sich für eine Stelle interessiert, schaut sich vor der Bewerbung meist die Website des Arbeitgebers an. Die Karriereseite entscheidet dann oft darüber, ob aus Interesse eine Bewerbung wird. Hier lesen Sie, welche Inhalte dort hingehören, wie die Bewerbung reibungslos funktioniert und wie Ihre Stellen in der Jobsuche von Google erscheinen.

Berke, Gründer · aktualisiert am 20.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Bewerber suchen konkrete Antworten: Aufgaben, Gehalt, Arbeitszeiten, Team und Ablauf der Bewerbung.
  • Echte Fotos und Stimmen aus dem Betrieb wirken glaubwürdiger als Stockbilder.
  • Die Bewerbung muss auf dem Smartphone in wenigen Minuten möglich sein.
  • Mit strukturierten Daten vom Typ JobPosting können Ihre Stellen in der Google-Jobsuche erscheinen.
  • Eine schnelle, technisch saubere Seite ist Voraussetzung für alles andere.

Wozu eine eigene Karriereseite?

Stellenanzeigen auf Jobbörsen und in sozialen Netzwerken haben wenig Platz. Sie wecken Interesse, beantworten aber selten alle Fragen. Wer ernsthaft über einen Wechsel nachdenkt, will mehr wissen und landet deshalb auf Ihrer Website.

Fehlt dort ein eigener Bereich für Bewerber oder besteht er nur aus einer Liste mit PDF-Dateien, geht viel Interesse verloren. Eine gute Karriereseite bündelt dagegen alle Informationen an einem Ort, zeigt Ihren Betrieb von innen und macht die Bewerbung leicht.

Sie ist außerdem der Ort, auf den alle anderen Maßnahmen verweisen: Anzeigen in sozialen Netzwerken, Einträge in Jobbörsen, der QR-Code auf dem Firmenfahrzeug oder der Flyer auf der Ausbildungsmesse. Je besser diese Seite ist, desto mehr bringen alle anderen Kanäle.

Diese Inhalte suchen Bewerber

Bewerber stellen sich vor allem praktische Fragen: Was mache ich dort den ganzen Tag, mit wem arbeite ich zusammen, was verdiene ich, wie komme ich hin, und was passiert, nachdem ich mich beworben habe? Eine gute Karriereseite beantwortet genau diese Fragen, und zwar so konkret wie möglich.

Jede offene Stelle sollte eine eigene Seite mit einer eigenen Adresse haben. Das ist wichtig für Bewerber, die den Link teilen oder später wiederfinden wollen, und für Suchmaschinen, die jede Stelle einzeln erfassen.

Ergänzend helfen allgemeine Seiten über das Unternehmen als Arbeitgeber: was Sie herstellen oder leisten, wie die Teams aufgebaut sind, welche Entwicklungsmöglichkeiten es gibt und welche Werte im Alltag tatsächlich gelebt werden.

Formulieren Sie alle Stellentexte neutral. Nach § 11 AGG darf ein Arbeitsplatz nicht diskriminierend ausgeschrieben werden, also etwa nicht nur für ein Geschlecht oder eine bestimmte Altersgruppe. Üblich ist ein Zusatz wie (m/w/d) und eine Sprache, die alle anspricht.

  • Konkrete Aufgaben statt allgemeiner Stellenbeschreibung
  • Arbeitszeiten, Schichtmodell, Möglichkeiten für Teilzeit oder mobiles Arbeiten
  • Gehalt oder Gehaltsspanne
  • Team und Ansprechperson mit Foto und Kontaktdaten
  • Ablauf der Bewerbung mit realistischen Zeitangaben
  • Anfahrt, Parkplätze und Anbindung an Bus und Bahn

Echte Fotos statt Stockbilder

Lächelnde Models im Großraumbüro kennt jeder Bewerber aus zahllosen Anzeigen. Sie sagen nichts über Ihren Betrieb aus und wirken eher austauschbar. Echte Fotos aus Werkstatt, Halle, Büro und Pausenraum zeigen dagegen, wie es bei Ihnen wirklich aussieht.

Investieren Sie deshalb in ein professionelles Fotoshooting im eigenen Betrieb oder zumindest in sorgfältig aufgenommene Bilder mit dem Smartphone. Zeigen Sie Menschen bei der Arbeit, die Arbeitsplätze und Ihr Gebäude. Kurze Videos, in denen Mitarbeitende von ihrem Alltag erzählen, sind eine gute Ergänzung.

Holen Sie für alle Aufnahmen eine schriftliche Einwilligung der gezeigten Personen ein. Klären Sie auch, was passiert, wenn jemand das Unternehmen verlässt.

Neben Bildern wirken Zitate von Mitarbeitenden, wenn sie echt klingen. Lassen Sie Kolleginnen und Kollegen in eigenen Worten erzählen, warum sie bei Ihnen arbeiten, und glätten Sie die Aussagen nicht zu Werbesätzen. Ein ehrlicher Satz über einen anstrengenden, aber abwechslungsreichen Alltag überzeugt mehr als ein perfekt formuliertes Lob.

Benefits konkret statt austauschbar

Fast jede Stellenanzeige verspricht ein gutes Betriebsklima, flache Hierarchien und attraktive Sozialleistungen. Diese Begriffe haben sich abgenutzt, weil sie nichts Konkretes sagen.

Besser wirken überprüfbare Angaben: wie viele Urlaubstage es gibt, ob ein Zuschuss zum Deutschlandticket oder ein Dienstrad angeboten wird, wie die Weiterbildung finanziert wird, ob es Arbeitskleidung, Werkzeug oder ein Firmenfahrzeug gibt. Nennen Sie nur Leistungen, die tatsächlich für die jeweilige Stelle gelten.

Fragen Sie Ihre Mitarbeitenden, was ihnen wirklich wichtig ist. Oft sind es scheinbar kleine Dinge, etwa planbare Arbeitszeiten oder ein fester Feierabend, die im Alltag mehr zählen als ein Obstkorb.

Gehalt offen nennen

Die Frage nach dem Gehalt ist für die meisten Bewerber eine der wichtigsten. Wer sie nicht beantwortet, riskiert, dass Interessierte gar nicht erst anfragen oder erst im Gespräch merken, dass die Vorstellungen nicht zusammenpassen.

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (EU) 2023/970 sieht vor, dass Bewerber Informationen zum Einstiegsgehalt oder zur Gehaltsspanne erhalten, etwa in der Stellenanzeige oder vor dem Vorstellungsgespräch. Außerdem dürfen Arbeitgeber nicht nach dem bisherigen Gehalt fragen. Die Frist zur Umsetzung in nationales Recht lief am 7. Juni 2026 ab. Wie die deutsche Umsetzung im Detail aussieht, sollten Sie aktuell prüfen lassen.

Unabhängig von der Rechtslage ist eine Spanne in der Anzeige der einfachste Weg. Sie zeigt Offenheit und spart beiden Seiten Zeit.

Den Bewerbungsprozess transparent machen

Viele Bewerber wissen nicht, was nach dem Absenden ihrer Bewerbung passiert. Diese Unsicherheit lässt sich leicht vermeiden. Beschreiben Sie in wenigen Schritten, wie der Prozess bei Ihnen abläuft: Eingangsbestätigung, erste Rückmeldung, Gespräch, Probearbeit oder Kennenlernen, Zusage.

Nennen Sie, wenn möglich, realistische Zeiträume, zum Beispiel eine Rückmeldung innerhalb einer Woche. Halten Sie diese Zusage dann auch ein. Ein Versprechen auf der Website, das im Alltag nicht eingehalten wird, schadet mehr als gar keine Angabe.

Hilfreich ist auch ein kurzer Abschnitt mit häufigen Fragen: Muss ich ein Anschreiben schicken? Kann ich vorher zur Probe arbeiten? Was ziehe ich zum Gespräch an? Solche Antworten nehmen gerade Berufseinsteigern und Menschen ohne Bürohintergrund die Unsicherheit. Und sie entlasten Sie, weil weniger Rückfragen per Telefon kommen.

Die Bewerbung muss mobil funktionieren

Viele Menschen stoßen unterwegs auf eine Stelle, oft über das Smartphone. Wenn die Bewerbung dann einen Lebenslauf als PDF, ein Anschreiben und ein Formular mit zwanzig Feldern verlangt, brechen viele ab.

Bieten Sie deshalb eine Kurzbewerbung an: Name, Kontaktdaten, einige Fragen zum Antippen und optional ein Dokument zum Hochladen. Testen Sie das Formular selbst auf verschiedenen Smartphones, bevor Sie es veröffentlichen. Felder müssen gut lesbar sein, Tastaturen sollten zum Eingabetyp passen, und Fehlermeldungen müssen verständlich erklären, was fehlt.

Eine Bewerbung per E-Mail oder Telefon sollte zusätzlich möglich bleiben. Nicht jeder fühlt sich mit Online-Formularen wohl, und gerade in gewerblichen Berufen ist der direkte Anruf oft der einfachere Weg.

Bestätigen Sie jede Bewerbung sofort automatisch per E-Mail und nennen Sie darin, wann sich jemand persönlich meldet. So wissen Bewerber, dass ihre Daten angekommen sind, und haben eine Ansprechperson für Rückfragen.

Mit strukturierten Daten in der Google-Jobsuche erscheinen

Google zeigt Stellenangebote in einer eigenen Jobsuche an, die auch in Deutschland verfügbar ist. Damit Ihre Stellen dort erscheinen können, sollten die Stellenseiten mit strukturierten Daten vom Typ JobPosting ausgezeichnet sein. Diese Daten beschreiben die Stelle in einer Form, die Suchmaschinen eindeutig lesen können.

Laut der Dokumentation von Google Search Central sind einige Angaben Pflicht, andere empfohlen. Das Markup darf nur auf Seiten stehen, die genau eine Stelle enthalten, nicht auf Übersichtsseiten. Abgelaufene Stellen sollten Sie entfernen oder mit einem Ablaufdatum versehen, sonst drohen Probleme mit der Darstellung.

Viele Bewerbermanagementsysteme und Website-Baukästen erzeugen dieses Markup automatisch. Prüfen Sie trotzdem mit dem Test für Rich-Suchergebnisse von Google, ob die Angaben vollständig und korrekt sind.

  • Pflicht: title, description, datePosted, hiringOrganization, jobLocation
  • Empfohlen: baseSalary, employmentType, validThrough, directApply, identifier
  • Bei reinen Remote-Stellen: applicantLocationRequirements und jobLocationType
  • Im Feld title nur die Berufsbezeichnung, ohne Gehalt oder Firmennamen

Ladezeit und Technik nicht vergessen

Eine Karriereseite, die langsam lädt, verliert Besucher, bevor sie überhaupt etwas gelesen haben. Das gilt besonders auf dem Smartphone und bei schwacher Mobilfunkverbindung. Komprimieren Sie Bilder, verzichten Sie auf unnötige Skripte und betten Sie Videos so ein, dass sie erst beim Abspielen laden.

Achten Sie außerdem auf gute Lesbarkeit: ausreichende Schriftgröße, gute Kontraste und klare Überschriften. Das hilft allen Besuchern, auch Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Und denken Sie an einen vollständigen Datenschutzhinweis für das Bewerbungsformular, der erklärt, wie lange Bewerberdaten gespeichert werden.

Zuletzt braucht die Seite Pflege. Besetzte Stellen sollten zeitnah verschwinden, neue Stellen schnell online gehen. Nichts wirkt so abschreckend wie eine Anzeige, die seit Monaten online steht, oder ein Teamfoto, auf dem kaum noch jemand im Betrieb arbeitet. Legen Sie fest, wer die Seite betreut, und prüfen Sie sie mindestens einmal im Quartal.

Häufige Fragen

Brauche ich eine eigene Karriereseite, wenn ich auf Jobbörsen inseriere?

Ja, das ist sinnvoll. Jobbörsen und Anzeigen wecken Interesse, aber die meisten Bewerber informieren sich danach auf der Website des Arbeitgebers. Eine gute Karriereseite beantwortet ihre Fragen und macht aus Interesse eine Bewerbung.

Was ist Google for Jobs?

Google for Jobs ist die Jobsuche innerhalb der Google-Suche, die Stellenangebote aus vielen Quellen gesammelt anzeigt. Damit Ihre Stellen dort erscheinen können, sollten sie auf Ihrer Website mit strukturierten Daten vom Typ JobPosting ausgezeichnet sein. Eine Garantie auf Anzeige gibt es nicht.

Muss ich das Gehalt in der Stellenanzeige angeben?

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie sieht vor, dass Bewerber Informationen zum Einstiegsgehalt oder zur Spanne vor dem Vorstellungsgespräch erhalten, die Stellenanzeige ist dafür ein möglicher Ort. Wie die deutsche Umsetzung im Detail aussieht, sollten Sie aktuell prüfen lassen. Eine Spanne in der Anzeige ist in jedem Fall der einfachste Weg.

Welche Fotos eignen sich für die Karriereseite?

Echte Fotos aus Ihrem Betrieb mit echten Mitarbeitenden wirken am glaubwürdigsten. Zeigen Sie Arbeitsplätze, Teams und typische Situationen aus dem Alltag. Holen Sie für jedes Foto die Einwilligung der gezeigten Personen ein.

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