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In ChatGPT empfohlen werden: Was KMU jetzt tun können

Viele Entscheider stellen ihre Fragen inzwischen nicht mehr nur Google, sondern auch ChatGPT, Perplexity oder Gemini. Ob Ihr Unternehmen in diesen Antworten auftaucht, können Sie nicht steuern. Sie können aber die Voraussetzungen deutlich verbessern, und genau darum geht es bei GEO, der Optimierung für generative Suche.

Berke, Gründer · aktualisiert am 20.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • KI-Assistenten nennen vor allem Unternehmen, die sie im Web eindeutig beschreiben und einordnen können.
  • In der robots.txt steuert OAI-SearchBot die ChatGPT-Suche, GPTBot dagegen nur das Training.
  • Klare Fakten zu Leistungen, Zielgruppe und Region auf der eigenen Website sind die Grundlage.
  • Erwähnungen auf Fachportalen, bei Verbänden und in der Presse stärken das Bild von außen.
  • Eine Nennung lässt sich nicht erzwingen: Testen Sie regelmäßig mit festen Fragen und dokumentieren Sie die Ergebnisse.

Wie finden KI-Assistenten überhaupt Unternehmen?

ChatGPT und vergleichbare Assistenten greifen auf zwei Wissensquellen zurück. Die erste ist das, was das Sprachmodell beim Training gelernt hat. Dieses Wissen ist nicht tagesaktuell und für kleinere Unternehmen oft lückenhaft.

Die zweite Quelle ist eine Websuche, die der Assistent bei passenden Fragen live durchführt. Dabei werden Seiten abgerufen, ausgewertet und häufig als Quelle verlinkt. Für Ihr Unternehmen ist dieser zweite Weg der wichtigere, weil Sie ihn mit einer gut auffindbaren Website direkt beeinflussen.

Bei Google ist es ähnlich: Laut Google Search Central gibt es für AI Overviews und den KI-Modus keine zusätzlichen Anforderungen. Eine Seite muss indexiert sein und mit Snippet in der Suche erscheinen dürfen. Gute klassische Suchmaschinenoptimierung bleibt also die Basis, auch für KI-Antworten.

Entscheidend ist, dass ein Assistent aus Ihren Inhalten schnell und ohne Interpretationsspielraum ablesen kann: Wer ist das Unternehmen, was bietet es an, für wen und wo. Je eindeutiger diese Antwort an mehreren Stellen im Web steht, desto eher kann ein System Sie bei einer passenden Frage nennen.

Lassen Sie die richtigen Crawler auf Ihre Website

Ein häufiger Fehler ist eine robots.txt, die pauschal alle KI-Crawler aussperrt. Das wirkt auf den ersten Blick vorsichtig, kann aber dazu führen, dass Ihre Seiten in der ChatGPT-Suche gar nicht erscheinen. Wichtig ist, die einzelnen Crawler zu unterscheiden, denn sie haben verschiedene Aufgaben.

OpenAI trennt nach eigener Dokumentation klar: OAI-SearchBot sorgt dafür, dass Websites in den Suchfunktionen von ChatGPT auftauchen. GPTBot sammelt Inhalte, die für das Training von Modellen verwendet werden können. ChatGPT-User ruft Seiten ab, wenn ein Nutzer im Gespräch konkret danach fragt. Sie können also die Suche erlauben und das Training trotzdem ausschließen.

Bei Google heißt die entsprechende Steuerung Google-Extended. Sie regelt, ob Inhalte für das Training von Gemini-Modellen und für bestimmte Grounding-Funktionen genutzt werden dürfen. Laut Google hat Google-Extended keinen Einfluss auf die Aufnahme in die Google-Suche und ist kein Rankingfaktor. Anthropic unterscheidet bei Claude ebenfalls zwischen ClaudeBot für das Training, Claude-SearchBot für die Suche und Claude-User für Abrufe im Auftrag eines Nutzers.

Prüfen Sie außerdem, ob nicht Ihr Hosting-Anbieter oder ein Dienst wie eine Firewall oder ein CDN diese Bots unabhängig von der robots.txt blockiert. Das passiert häufiger, als man denkt, und fällt ohne gezielten Test nicht auf.

Beispiel: Typische Einstellung für ein B2B-Unternehmen
OAI-SearchBoterlauben (Sichtbarkeit in der ChatGPT-Suche)
GPTBotnach eigener Abwägung (nur Modelltraining)
Claude-SearchBoterlauben (Sichtbarkeit in der Claude-Suche)
Google-Extendednach eigener Abwägung (kein Einfluss auf die Google-Suche)
Googleboterlauben (Voraussetzung für Google und AI Overviews)

Illustratives Beispiel. Ob Sie Trainings-Crawler zulassen, ist eine Grundsatzentscheidung, keine reine SEO-Frage.

Klare Fakten auf der eigenen Website

Viele Mittelstandsseiten beschreiben ihr Angebot mit allgemeinen Formulierungen wie innovative Lösungen oder individuelle Konzepte. Ein Mensch kann sich daraus vielleicht noch etwas ableiten, ein Sprachmodell kaum. Formulieren Sie stattdessen konkret, was Sie herstellen oder leisten, für welche Branchen und in welcher Region.

Hilfreich ist eine Seite, die die wichtigsten Fakten kompakt bündelt: Firmenname, Gründungsjahr, Standort, Leistungen, Zielbranchen, Zertifizierungen und Ansprechpartner. Das kann die Seite Über uns sein, ergänzt um eigene Leistungsseiten mit jeweils einem klaren Thema.

Halten Sie wichtige Inhalte als echten Text vor und nicht nur in Bildern, PDFs oder Slidern. Google nennt das ausdrücklich als Empfehlung für KI-Funktionen, und für andere Crawler gilt es ebenso. Achten Sie zudem darauf, dass Angaben überall gleich lauten, etwa Leistungsbezeichnungen, Adresse und Firmenname.

Ein guter Test ist die Frage: Könnte ein Branchenfremder nach einer Minute auf Ihrer Startseite in einem Satz sagen, was Sie tun und für wen? Wenn nicht, wird es ein Sprachmodell ebenfalls schwer haben.

  • Eine eigene Seite pro Kernleistung mit klarem Titel
  • Konkrete Branchen, Anwendungen und Einsatzgebiete benennen
  • Fragen beantworten, die Kunden im Vertrieb tatsächlich stellen
  • Einheitliche Schreibweise von Firmenname, Adresse und Leistungen

Strukturierte Daten: hilfreich, aber kein Zaubertrick

Strukturierte Daten nach schema.org beschreiben Inhalte in maschinenlesbarer Form. Für Unternehmen ist vor allem das Markup Organization oder ein passender LocalBusiness-Typ interessant. Damit hinterlegen Sie Name, Logo, Adresse, Kontaktwege und über sameAs die Verweise auf Ihre Profile, etwa bei LinkedIn.

Google stellt klar, dass für AI Overviews und den KI-Modus kein spezielles Markup und keine besonderen KI-Textdateien nötig sind. Strukturierte Daten sollten aber zum sichtbaren Text passen. Sie sind also kein Hebel, mit dem Sie eine Nennung erzwingen, sondern eine saubere Ergänzung, die Missverständnisse über Ihr Unternehmen reduziert.

Prüfen Sie das Markup nach dem Einbau mit dem Test für Rich-Suchergebnisse von Google. Fehlerhafte oder widersprüchliche Angaben schaden mehr, als sie nützen.

Warum Erwähnungen auf anderen Websites zählen

Wenn ein KI-Assistent eine Empfehlung formuliert, stützt er sich selten nur auf die Website des Anbieters selbst. Er greift auf Quellen zurück, in denen Ihr Unternehmen im Zusammenhang mit einem Thema genannt wird. Dazu gehören Branchenverzeichnisse, Verbandsseiten, Fachartikel, regionale Presse, Messeauftritte und Bewertungsplattformen.

Für den Mittelstand liegt hier oft ungenutztes Potenzial. Mitgliedschaften in Verbänden, Referenzen bei Partnern, Vorträge oder Fachbeiträge existieren häufig schon, sind aber online nicht auffindbar oder enthalten veraltete Angaben. Prüfen Sie, wo Ihr Unternehmen bereits erwähnt wird, und sorgen Sie dafür, dass Name, Leistung und Website dort korrekt stehen.

Gekaufte Linklisten oder massenhaft erstellte Einträge in Verzeichnissen ohne Bezug zu Ihrer Branche helfen dagegen nicht. Relevante, glaubwürdige Erwähnungen in Ihrem fachlichen Umfeld sind wertvoller als viele beliebige.

So testen Sie Ihre Sichtbarkeit in ChatGPT

Legen Sie zehn bis fünfzehn Fragen fest, die potenzielle Kunden realistisch stellen würden. Zum Beispiel: Welche Anbieter für Industriebeschichtung gibt es in Baden-Württemberg? Oder: Worauf sollte ich bei der Auswahl eines Lohnfertigers für Drehteile achten? Stellen Sie diese Fragen in ChatGPT mit aktivierter Websuche sowie in Perplexity und Gemini.

Notieren Sie, ob Ihr Unternehmen genannt wird, welche Wettbewerber erscheinen und welche Quellen verlinkt sind. Die Quellen sind besonders aufschlussreich, denn sie zeigen Ihnen, welche Seiten die Systeme für das Thema heranziehen. Wiederholen Sie den Test alle paar Wochen mit denselben Fragen.

Rechnen Sie damit, dass die Antworten schwanken. Dieselbe Frage kann am nächsten Tag oder in einem anderen Konto anders beantwortet werden. Einzelne Ergebnisse sind deshalb wenig aussagekräftig, erst die Tendenz über mehrere Tests ergibt ein Bild.

Ergänzend lohnt ein Blick in Ihre Webanalyse: Besuche über Links aus KI-Assistenten tauchen dort in der Regel als Verweise von den jeweiligen Domains auf. Bei Google werden Klicks aus AI Overviews und dem KI-Modus laut Google im Leistungsbericht der Search Console unter dem Suchtyp Web mitgezählt, allerdings nicht separat ausgewiesen.

Realistische Erwartungen an GEO

Seien Sie skeptisch bei Versprechen, Ihr Unternehmen werde garantiert in ChatGPT empfohlen. Die Antworten von KI-Assistenten lassen sich nicht direkt steuern, und die Systeme ändern sich laufend. Niemand außerhalb der Anbieter kennt die genaue Gewichtung der Quellen.

Was Sie beeinflussen können, sind die Grundlagen: technische Erreichbarkeit, klare Inhalte, konsistente Angaben und glaubwürdige Erwähnungen. Diese Maßnahmen verbessern gleichzeitig Ihre Sichtbarkeit bei Google und machen Ihre Website für menschliche Besucher verständlicher. Der Aufwand ist also auch dann sinnvoll investiert, wenn KI-Antworten für Ihre Branche noch eine kleine Rolle spielen.

Planen Sie GEO deshalb nicht als separates Projekt, sondern als Teil Ihrer laufenden Arbeit an Website und Suchmaschinenoptimierung. Kurzfristige Tricks, etwa versteckte Texte für Bots, sind riskant und widersprechen den Richtlinien der Suchmaschinen.

Ein pragmatischer Fahrplan für die nächsten Wochen

Sie müssen nicht alles auf einmal angehen. Für die meisten mittelständischen Unternehmen reicht eine überschaubare Reihenfolge, die sich mit vorhandenen Ressourcen umsetzen lässt.

Beginnen Sie mit der Technik, weil sie am schnellsten geprüft ist und alle weiteren Schritte voraussetzt. Danach folgen die Inhalte, denn hier liegt meist der größte Hebel. Binden Sie dafür Vertrieb und Geschäftsführung ein: Niemand kennt die tatsächlichen Kundenfragen besser als die Menschen, die täglich Angebote schreiben und Gespräche führen.

Planen Sie für den Test einen festen Termin im Monat ein und halten Sie die Ergebnisse in einer einfachen Tabelle fest. So erkennen Sie Veränderungen, ohne sich von einzelnen Antworten verunsichern zu lassen.

  • robots.txt und Firewall-Einstellungen auf die genannten Crawler prüfen
  • Startseite und Über-uns-Seite auf klare, faktische Aussagen überarbeiten
  • Für jede Kernleistung eine eigene, verständliche Seite anlegen oder schärfen
  • Organization-Markup mit sameAs-Verweisen einbauen und testen
  • Bestehende Erwähnungen bei Verbänden, Partnern und Verzeichnissen aktualisieren
  • Einen festen Fragenkatalog anlegen und regelmäßig testen

Häufige Fragen

Kann ich dafür bezahlen, in ChatGPT-Antworten genannt zu werden?

Für die normalen, sogenannten organischen Antworten gibt es keinen Weg, eine Nennung zu kaufen. Was dort erscheint, entscheidet das System anhand der verfügbaren Quellen. Werbeformate sind davon getrennt zu betrachten.

Sollte ich GPTBot in der robots.txt sperren?

Das ist eine Grundsatzentscheidung. GPTBot betrifft laut OpenAI das Training von Modellen, nicht die Suche in ChatGPT. Wer in der ChatGPT-Suche auftauchen möchte, sollte vor allem OAI-SearchBot nicht blockieren.

Brauche ich eine llms.txt-Datei?

Google erklärt, dass für AI Overviews und den KI-Modus keine speziellen KI-Textdateien nötig sind. Für andere Anbieter gibt es dazu keinen verbindlichen Standard. Eine solche Datei schadet in der Regel nicht, sollte aber keine Priorität vor klaren Inhalten und sauberer Technik haben.

Wie lange dauert es, bis sich Änderungen auswirken?

Das lässt sich nicht genau vorhersagen. Änderungen an der robots.txt greifen bei OpenAI laut Dokumentation nach etwa einem Tag, inhaltliche Änderungen müssen aber erst gecrawlt und neu bewertet werden. Planen Sie eher in Monaten als in Tagen.

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